Unabhängiges Nachschlagewerk über evidenzbasierte Medizin und die Geschichte medizinischer Lehren. Keine medizinische Einrichtung, verkauft keine Mittel und ersetzt keine ärztliche Beratung; bei Lebensgefahr rufen Sie Ihre örtliche Notrufnummer an (in Russland 103 oder 112).

Methoden

Methoden und Ansätze

In dieser Rubrik kommen drei sehr verschiedene Welten zusammen: die heutige evidenzbasierte Medizin, die Lehren der Vergangenheit, auf denen einst die ärztliche Praxis beruhte, und alternative Praktiken, nach denen Patientinnen und Patienten oft fragen. Wir bewerten nicht die Menschen, die sich ihnen zuwenden, sondern zeigen, wie jede Idee geprüft wurde und zu welchen Schlüssen man gekommen ist.

Die Ärzte der Vergangenheit waren nicht dümmer als wir. Ihnen fehlte ein Werkzeug, das den Eindruck vom Ergebnis trennt – und die Geschichte dieses Werkzeugs ist lehrreicher als jede Legende.

— Gedanke der Redaktion

So ist die Rubrik aufgebaut: Zu jedem Ansatz erklären wir die Grundidee und wie die Wissenschaft sie bewertet. Konkrete Daten und Schlussfolgerungen nennen wir nur nach den offiziellen Quellen, die unten auf der Seite aufgeführt sind.

Evidenzbasierte Medizin

Ein Ansatz, bei dem Behandlungsentscheidungen auf den besten verfügbaren Studien, der ärztlichen Erfahrung und den Werten der Patientinnen und Patienten beruhen.

Woher der Begriff stammt

Der Ausdruck „evidenzbasierte Medizin“ (evidence-based medicine) kam Anfang der 1990er-Jahre in Gebrauch und setzte sich rasch allgemein durch.

Glossar

Die Cochrane Collaboration

Ein internationales Netzwerk von Forschenden, 1993 gegründet, erstellt systematische Übersichtsarbeiten und veröffentlicht sie in der Cochrane Library.

Quellen

Drei Bausteine einer Entscheidung

Studiendaten heben die Erfahrung der Ärztin oder des Arztes und Ihre Vorlieben nicht auf: Eine gute Entscheidung berücksichtigt alle drei Seiten.

Fragen

Wissen wird aktualisiert

Empfehlungen werden überarbeitet, wenn neue Daten vorliegen. Das ist keine Schwäche der Medizin, sondern ihre Art, Fehler zu korrigieren.

Forschung

Historische Lehren

Lehren, die jahrhundertelang die ärztliche Praxis bestimmten, sind heute ein Beispiel dafür, wie leicht man Gewohntes für Belegtes hält.

Säftelehre

Antike Ärzte erklärten Krankheiten mit einem gestörten Gleichgewicht der Körpersäfte. Die Idee war in sich geschlossen, beruhte aber nicht auf einer Prüfung durch Vergleich.

Glossar

Aderlass

Der im Rahmen der Säftelehre folgerichtige Eingriff wurde lange überall angewandt. Als man begann, die Verläufe zu vergleichen, gab man ihn als Allheilmittel auf.

Forschung

Samuel Hahnemann

Deutscher Arzt (1755–1843), Begründer der Homöopathie. Sein Hauptwerk „Organon der rationellen Heilkunde“ erschien erstmals 1810.

Glossar

Hahnemanns Lehre in ihrer Zeit

Hahnemann wandte sich gegen die harten Methoden seiner Epoche und schlug einen schonenden Ansatz vor. Seine Theorie beruhte jedoch auf eigenen Vorstellungen, nicht auf vergleichenden Prüfungen.

Forschung

Alternative Praktiken: was bekannt ist

Über solche Praktiken sprechen wir allgemein und stützen uns ausschließlich auf veröffentlichte offizielle Bewertungen.

Bewertung des NHMRC (2015)

Der australische National Health and Medical Research Council kam nach einer Auswertung der Studien zu dem Schluss, dass es für keine Erkrankung verlässliche Belege für die Wirksamkeit der Homöopathie gibt.

Quellen

Memorandum der Akademie-Kommission (2017)

Die Kommission der Russischen Akademie der Wissenschaften gegen Pseudowissenschaft veröffentlichte ein Memorandum, in dem die Homöopathie als Pseudowissenschaft bezeichnet wird.

Quellen

Entscheidung von NHS England (2017)

Der englische Nationale Gesundheitsdienst empfahl, Homöopathie nicht länger auf Kosten des Gesundheitssystems zu verordnen.

Quellen

Warum es Menschen besser geht

Eine Besserung nach einer unbelegten Methode lässt sich oft durch den Placeboeffekt, den natürlichen Krankheitsverlauf und die Zuwendung erklären, die jemand erhalten hat.

Glossar

Was eine geprüfte Methode auszeichnet

  • Sie wurde mit einem Placebo oder der üblichen Behandlung verglichen, statt nur Erfolgsfälle zu beschreiben
  • Unabhängige Forschungsgruppen haben die Ergebnisse wiederholt
  • Bekannt sind nicht nur der Nutzen, sondern auch Risiken, Grenzen und Gegenanzeigen
  • Die Ergebnisse sind in systematischen Übersichtsarbeiten zusammengefasst und in offizielle Empfehlungen eingeflossen
  • Forschung

    Studien lesen: Kontrollgruppe, Placebo, systematische Übersichtsarbeiten und Evidenzstufen.

  • Glossar

    Begriffe der evidenzbasierten Medizin und der Medizingeschichte in einfachen Worten: vom Placebo bis zur systematischen Übersichtsarbeit.

  • Quellen

    Auf welche offiziellen Bewertungen sich das Nachschlagewerk stützt, was es bewusst nicht tut und wo seine Grenzen liegen.

Quellen

  • NHMRC — Statement on Homeopathy (2015)
  • Kommission der Russischen Akademie der Wissenschaften gegen Pseudowissenschaft — Memorandum zur Homöopathie (2017)
  • NHS England — Empfehlungen (2017)
  • Cochrane Library

Der Beitrag gibt den Wissensstand zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Wissenschaftliche Bewertungen und offizielle Empfehlungen werden überarbeitet, sobald neue Studien vorliegen – treffen Sie Entscheidungen über Ihre Gesundheit daher gemeinsam mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.